Hashimoto-Thyreoiditis und Autiommunerkrankungen

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem verwechselt die körpereigenen Schilddrüsenzellen mit Eindringlingen und zerstört sie darum. In der Folge entweicht oft erst einmal zuviel Schilddrüsenhormon aus den zerstörten Zellen. Das Hormon schaltet den Körper auf Turbogang und kann dadurch zunächst unter anderem zu Nervosität, Herzstolpern, Unruhe und Schwitzen führen. Nach einiger Zeit werden die Zellen zerstört und darum werden hier weniger Hormone produziert. Das macht dann alle Probleme einer Schilddrüsenunterfunktion s. u.

Schilddrüsenhormone sind DIE Stoffwechselhormone 

Unser Stoffwechsel funktioniert wie eine große Tauschbörse, z. B. werden Kohlenhydrate, die wir essen, in Energie umgewandelt. Die Schilddrüsenhormone halten den Stoffwechsel in der Balance. Geraten sie in ein Ungleichgewicht, betrifft dies fast alle Körpervorgänge. Gerät z. B. das Energie-Tauschgeschäft ins Stocken, dann werden Kohlenhydrate schlechter verstoffwechselt und die Waage zeigt schon bald mehr Kilos als gewünscht an. Eine Schilddrüsenfehlfunktion hat außerdem Auswirkungen auf die Funktion vieler anderer Hormone.

Genetische Komponente

Sind Schilddrüsenprobleme bei den Frauen in Ihrer Familie – Ihrer Mutter, der Großmutter, Tante, Schwester – bekannt? Fragen Sie nach, denn es existiert eine genetische Komponente. Man spricht in diesem Fall von „Schilddrüsenfamilien“.

Die Symptome

Die Hashimoto-Thyreoiditis (nach ihrem Entdecker, dem japanischen Chirurgen Hakaru Hashimoto benannt) oder Autoimmunthyreoiditis gilt als das Chamäleon unter den Schilddrüsenerkrankungen. Wie das Tier mit den großen Augen, das seine Farbe wechseln kann, so sind die Symptome unglaublich vielfältig:

  • Kälteintoleranz
  • Gewichtszunahme
  • Gereiztheit, depressive Verstimmung, „brain fog“
  • Verdauungsprobleme
  • Libidoverlust
  • Wassereinlagerungen im Gesicht, Unterarmen und Unterschenkeln
  • schmerzende Muskeln und Gelenke
  • ein Kloß im Hals, eine belegte Stimme, häufiges Räuspern
  • oder auch allgemeine Schlappheit,

aber das ist bei der Liste der möglichen Beschwerden – es gibt noch viele mehr – ja auch kein Wunder!

Schilddrüsenwerte kontrollieren lassen

Lassen Sie Ihre Schilddrüsenwerte kontrollieren, zusätzlich zu den gängigen Hormonen TSH, T 3 und T4 bitte auch die Schilddrüsenantikörper

  • TPO (Thyreoperoxidase) und
  • TG (Thyreoglobulin).

Lassen Sie sich nicht abwimmeln und bestehen Sie auf dieser Untersuchung, wenn Sie den Verdacht haben, Ihre Symptome könnten auf eine Hashimoto hinweisen. Niemand kennt Ihren Körper besser als Sie selbst! Denn wenn die Diagnose einer Hashimoto-Thyreoiditis – so die medizinische Bezeichnung – zutreffen sollte, dann gibt es gute Therapiemöglichkeiten. Wir zeigen Ihnen, welche das sind.

Eine gute Therapie

Ein Schilddrüsenhormon-Mangel muss ersetzt werden. Das ist aber gar nicht so einfach, wie sich das anhört. Viele Menschen nehmen das gängigste Schilddrüsenhormon L-Thyroxin (T 4) als Ersatz für einen Mangel jahrzehntelang ein, ohne dass es ihnen damit besser geht. Das liegt an einem komplizierten Rückkoppelungsmechanismus mit den zentralen Steuerdrüsen im Gehirn. Durch die Zufuhr von L-Thyroxin denken diese, dass genug Hormon im Körper vorhanden ist. Sieht ja auch danach aus.

Die Einstellung ist das A und O

T 4 ist aber die inaktive Form des Schilddrüsenhorms, das in der Leber oder dem Darm in das aktive Schilddrüsenhormon T 3 umgewandelt werden muss, ehe es etwas bewirken kann. Geschieht dies nicht – und das ist relativ häufig bei einer so genannten Konversionsstörung – dann nützt das L-Thyroxin leider nicht viel.

Doctors for balance

  • Ihnen geht es unter der momentanen Therapie nicht besser und das, obwohl die Laborwerte ok sind? Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre immer noch vorhandenen Beschwerden. Besprechen Sie ggf. einen Versuch mit bioidentischem Schilddrüsenhormon aus Rind- oder Schweineschilddrüsen. Es wird vom menschlichen Körper in der Regel besser aufgenommen als das synthetische L-Tyroxin.
  • Das richtige Timing: Nehmen Sie die Schilddrüsenhormone morgens eine halbe Stunde vor dem Frühstück ein, nicht zusammen mit anderen Medikamenten und auch nicht mit anderen Vitaminen oder Mineralstoffen. Diese können die Wirkung abschwächen.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Arzt eine eventuelle zusätzliche Einnahme von T3.
  • Spurenelemente ausgleichen: Lassen Sie abchecken, ob Ihnen evtl. Jod, Selen, Zink oder Eisen fehlt.  Gleichen Sie einen Mangel aus, denn nur, wenn diese Spurenelemente und Mineralien ausreichend vorhanden sind, verfügt der Körper über die notwendigen Baustoffe für die Herstellung der Schilddrüsenhormone.