Zum ersten Mal konnten Forscher der Harvard University das sich hartnäckig haltende Gerücht beweisen, dass Stress zu grauen Haaren führt. Nerven, die in den Flucht- oder Kampfmodus involviert sind – wie es bei Stress der Fall ist -, schädigen dauerhaft die Stammzellen in den Haarfollikeln, die für die Pigmentproduktion zuständig sind.

Graue Haare können gerade bei Frauen toll aussehen. Erst vor kurzem war diese „Farbe“ so hipp, dass zwanzigjährige Modells und Frauen sich ihre Haare silbergrau färben ließen. Auch das Wort „Silversurfer“ für ältere Frauen mit grauen Haaren kommt gut an.

Dennoch möchten wir hier den Fokus auf den Stress legen und zeigen, wie tiefgreifend und umfassend die Folgen sein können. Und wie sichtbar. Denn Herzkreislauferkrankungen, Probleme mit dem Darm oder einen hohen Blutdruck als Folge von Stress werden oft jahrelang übersehen, weil diese Prozesse versteckt im Körper ablaufen. Graue Haare kann man nicht übersehen. Bemerken Sie also, dass Sie quasi „über Nacht ergraut“ sind, dann kann dies auf eine schon längere oder aber sehr intensive Stressphase zurückzuführen sein.

Haben Sie Stress?

Die Frage Haben Sie Stress beantworten nicht unbedingt alle Menschen mit Ja, denn Stress kann süchtig und damit glücklich machen. Wer in der Mühle drin steckt und womöglich durch Erfolge in seinem Lebenswandel – schneller, weiter, besser, höher – bestärkt wird, wird also seinen Stresslevel downseizen. Wenn Sie die Frage also mit Nein beantworten (und schon graue Haare bekommen haben), dann lohnt sich ein genauerer Blick. Denn das Äußere kann die Spitze vom Eisberg zeigen. Wie aber geht es unter der Oberfläche Ihren Gefäßen, Ihrem Herzen, Ihrem Blutdruck? Und auch Ihrer Psyche?

  • Schlafen Sie in letzter Zeit schlechter?
  • Bemerken Sie körperliche Symptome wie Herzrasen, vermehrt Kopfschmerzen, früher nicht dagewesene Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung, neu aufgetretene Allergien?
  • Sind Sie häufiger erkältet?
  • Sind Sie aggressiver oder trauriger geworden?
  • Macht der Job keinen Spaß mehr?
  • Ist Ihnen selbst Ihr Hobby zu anstrengend geworden?
  • Bringen Sie kaum Kraft auf für die Familie?
  • Sagen Sie in letzter Zeit Treffen mit Freunden häufiger ab?

Können Sie mindestens zwei dieser Fragen mit Ja beantworten, dann sollte ab jetzt dringend weniger Aktion „mehr“ sein. Lassen Sie sich auch bitte bei Ihrem Arzt durchchecken.

Quelle: Bing Zhang et al: Hyperactivation of sympathetic nerves drives depletion of melanocyte stem cells. Nature, 2020 http://dx.doi.org/10.1038/s41586-020-1935-3

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.