Frauen zwischen 45 und 54 Jahren leiden besonders oft unter Migräne. Hormonchaos, Stress, Alkohol und mehr als zwei Tassen Kaffee am Tag sind Auslöser.

Laut TK-Gesundheitsreport 2019 (Techniker Kranken­kasse) erhalten Frauen fast fünfmal so viele Medikamente gegen Migräne und Kopfschmerzen wie Männer. Der Altershöhepunkt liegt zwischen 45 und 54 Jahren. Willkommen Hormonschwankungen! Doch diese sind nicht die einzigen Übeltäter. Stress durch Mehrfachbelastung, das Glas Wein am Abend, aber auch mehr als drei Tassen Koffein am Tag sind Auslöser.

Weltweit leiden mehr als eine Milliarde Menschen an Migräne. Damit steht diese Krankheit an Platz 3 der auf der ganzen Welt anzutreffenden Krankheiten. Migräne bedeutet nicht nur Kopfschmerz, sondern oft auch Übelkeit, Stimmungsschwankungen, eine hohe Empfindlichkeit gegen Licht und Lärm. Auch visuelle und auditive Halluzinationen sind möglich (so genannte Aura). Das bedeutet, die Betroffenen meinen etwas zu sehen oder zu hören, das in Wirklichkeit nicht existiert. Das heißt keineswegs, dass diese Erscheinungen eingebildet sind, denn das Gehirn schießt „Nervenblitze“, die für die Migränepatientin äußerst real und belastend sind.

Immer noch ist unklar, was wirklich eine Migräne triggert. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen weiß man, dass individuelle Muster wie Hormonveränderungen, Schlafstörungen, ein Wetterumschwung, Stress, die Einnahme bestimmter Medikamente oder Lebensmittel die Anfallshäufigkeit und Schwere beeinflussen können.

Die immer wieder diskutierte Rolle von Koffein als Auslöser wurde nun in einer israelischen Studie mit fast hundert Migränepatienten genauer untersucht. Tranken die Probanden (Teilnehmer der Studie) ein bis zwei koffeinhaltige Getränke, löste dies kein Migränegeschehen aus. Bei denjenigen jedoch, die drei und mehr koffeinhaltige Getränke zu sich nahmen, war die Wahrscheinlichkeit für einen Anfall am selben oder an den folgenden Tagen erhöht.

Auch wenn Koffein als Zwitter gilt, weil er bei einigen Patienten die Symptome während eines Anfalls lindern kann, deutet diese Studie darauf hin, dass ein generell moderaterer Kaffeekonsum dabei helfen kann, erst gar keinen Anfall zu bekommen. Die Espresso-Formel könnte also lauten: 1… 2… und Stopp!

Quellen: Mostofsky et al.: Prospective Cohort Study of Caffeinated Beverage Intake as a Potential Trigger of Headaches among Migraineurs. The American Journal of Medicine, 2019; http://dx.doi.org/10.1016/j.amjmed.2019.02.015 Deutsches Ärzteblatt 7/2019: Migräne trifft Frauen fast fünfmal so häufig wie Männer.https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/103830/Migraene-trifft-Frauen-fast-fuenfmal-so-haeufig-wie-Maenner

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